Der Maumeen Trail in Irland

Der Maumeen Trail in Irland

9. Juni 2019 0 Von Apollonia

Ursprünglich wollten wir in den Burren National Park fahren, und dort wandern gehen. Nachdem wir aber gesehen haben, dass die Fahrt von unserer Unterkunft einfach doch fast zwei Stunden dauert, haben wir nach einer Alternative gesucht. Die Vermieterin unserer Unterkunft hat uns diese Tour vorgeschlagen – ich finde immer noch, dass das ihrerseits ein relativ großes Wagnis war – aber weil es gut klang, haben wir uns ziemlich schnell für den Maumeen Trail in den Central Maumturk Mountains entschieden. Die Central Maumturks, auch Maamturks genannt, liegen im Connemara District, quasi gegenüber der bekannten 12 Bens. Hinterher hat die Vermieterin uns dann erzählt, dass sie diesen Trail selten empfiehlt, und sich auch ein wenig Sorgen gemacht hat um uns, aber wir klangen so routiniert, und weil wir ihre Handynummer hatten, dachte sie sich, sie hätte genug für unsere Sicherheit getan. Tja, Glück für uns, denn die Wanderung war wirklich schön! Wettermäßig zwar durchaus ausbaufähig, aber den größten Teil des Tages war eine fantastische Aussicht vorhanden. Was will man mehr?

Der erste Teil des Weges…

Los ging es nahe der N59 an einem Wegweiser der nach Maumeen zeigt. Maumeen ist eine Bergkapelle, an einer Stelle, an der wohl St. Patrick mal gewesen sein soll. Wir haben uns entschieden entgegen unserer Wegbeschreibung zu gehen, nämlich zuerst bergauf statt zuerst im Tal entlang. Das Wetter war noch gut, und wir wussten, es bleibt nicht so… Die erste halbe Stunde ging also sehr moderat nach oben Richtung Maumeen Kapelle und dem Maumeen pass, der Weg war breit und gut sichtbar. An der Kapelle sollten wir links abbiegen, und einem Weidezaun bis zum Grat folgen. Da unsere Beschreibung natürlich alles falsch rum beschrieben hat, waren wir uns gar nicht so sicher, ob wir denn jetzt richtig sind. Es ging steil bergauf, und das weglos. Aber weil es viele Schafe gab, gab es auch viele Schafwege, und dementsprechend einfach war das weglose Gehen. Trotzdem, wer eine halbe Stunde einem Zaun folgt, auf Schafwegen, auf einem nicht vorhandenen Trail, der empfohlen wurde von einer Vermieterin, die uns gar nicht kennt, der macht sich ein wenig Sorgen, ob denn alles so stimmt, wie er das macht….

Weiter ging’s oben am Grat, und rauf auf den Binn Chaonaigh (633m)

Es hat gestimmt. Oben am Grat angekommen sind wir diesem gefolgt, wobei wir uns eher links halten sollten (also auf der Seite des Tals in dem das Auto stand). Weglos heißt, es ging langsam voran, aber die Fernblicke waren atemberaubend! Man konnte an zwei Seiten in der Ferne das Meer sehen, außerdem diverse Seen und die „Berge“ um uns herum. Leider war es sehr windig, und somit nicht ganz so gemütlich zum stehen bleiben und genießen. Der erste von zwei Gipfeln auf dem Maumeen Trail war schnell erreicht, und die Aussicht war auch echt schön, aber eine Gipfelrast war leider aufgrund des Sturms nicht drin. Weiter gings runter zu einem Sattel, dabei sollten wir uns wieder eher links halten, um die steilen Passagen zu umgehen. Unten am Sattel angekommen, hat man schon eine Regenwand kommen sehen.

Dann holte uns der Regen ein…

Ich habe noch zu meinem Mann gesagt: „Wir müssen dann schnell sein mit den Regenklamotten, wenn der Regen kommt“ und ein paar Sekunden später ging es auch schon los. Und wie! Es hat in Null komma nix geschüttet, und gleichzeitig hatte es besagten Wind, der aber im Sattel zum Glück nicht mehr ganz so schlimm war wie auf dem Binn Chaonaigh. Dank der Ponchos wurden nur die Beine ein wenig nass, aber schon nach kurzer Zeit, als die Regenhosen dann auch an den Beinen waren, war es unter dem Poncho gemütlich wie unter einem Zelt. Wir wollten nicht unbedingt umdrehen, deshalb haben wir erst mal an Ort und Stelle eine kleine Pause gemacht. Es gab sehr leckere Pizza vom Vorabend, ausgepackt unter den Ponchos und gegessen durch die Halsöffnung. Ich weiß schon warum ich Fan dieser Dinger bin. Nach ungefähr 10 min war der Regen so gut wie vorbei, die Sicht wurde besser (danke Sturm!) und wir konnten weiter gehen.

Bis wir am nächsten Gipfel waren: dem Binn idir an dá Log (702m)

Und bis wir am nächsten Gipfel, dem Binn idir an dá Log, waren war das Wetter wieder super. Noch immer windig, aber klar und mit optimaler Fernsicht. Glück muss man haben! Wir sollten uns noch immer eher links des Grates halten, bis wir beim Abstieg vom Gipfel einen kleinen See sahen. Da haben wir leider übersehen, dass wir uns rechts um den See orientieren sollten, und so sind wir ein wenig in steileres Gelände gekommen, bei dem wir ein kleines Stück kraxeln mussten. Eigentlich auch kein Problem, aber leichter wäre es gewesen, hätten wir die Beschreibung nicht erst hinterher angesehen. Hinter dem See ging es noch ein paar Minuten weiter zu einem Sattel, und von dort ins Tal. Man sah von oben schon die Straße die wir zurück zum Auto laufen mussten. Weil wir faul sind, und kein Eck auslaufen wollten, haben wir den Hang nach links gequert, und sind erst spät auf die Straße gekommen, kurz vor einer Brücke. Hat gut funktioniert, ist zu empfehlen. Allerdings nur für Leute mit wasserdichten Schuhen, es ist zum Teil ein wenig sumpfig… Die restlichen Kilometer zum Auto sind wir dann gemütlich auf dem Sträßchen gelaufen – im Sonnenschein.

Alle Infos zum Maumeen Mountain Trail

Startpunkt: Pás Mám Éan Car Park (Koordinaten: N 53°29.037′ , W 009°40.195′)

Kurzbeschreibung: Am Parkplatz folgen wir dem Schild Richtung Maumeen (Máméan) bergauf. Durch das eiserne Tor hindurch, weiter den Berg hinauf bis zur Kapelle. Kurz hinter der Kapelle geht es links hoch, einem Weidezaun folgend. Dabei bleiben wir immer links vom Zaun. Sobald der Zaun rechts vom Grat abweicht, folgen wir stattdessen weiter dem Grat, dabei halten wir uns auch immer eher links vom Grat. Über den ersten Gipfel Binn Chaonaigh (633m) gehen wir drüber, am Grat entlang auf den Sattel. Auch hier halten wir uns links, um das steile Gelände rechts zu vermeiden. Dann geht’s weiter am Grat entlang bis zum nächsten Gipfel, dem Binn idir an dá Log (702m). Die ganze Zeit über befindet leicht links vom Grat das einfachere Terrain. Beim Abstieg vom zweiten Gipfel halten wir geradeaus nach einem kleinen See Ausschau. Spätestens wenn dieser zu sehen ist sollten wir uns rechts halten, und auch rechts um den See herumgehen. Dann noch ein paar Minuten weiter zu einem Sattel gehen, auf den auch von rechts ein Weg führt. Wir gehen allerdings links runter, weiter weglos. Im Tal ist eine Straße zu sehen, diese ist unser Ziel. Man kann sie entweder geradeaus ansteuern und ein Eck ausgehen, oder den Hang links queren und schräg zur Straße laufen. Die Straße bringt uns zurück zum Parkplatz.

GPX-Datei zum Download: Ich habe den Trail mitgetrackt, während mein Mann und ich ihn gelaufen sind. Deshalb ist auch unsere falsche Abzweigung beim Abstieg mit aufgezeichnet- hier sollte man sich besser rechts vom See halten, statt wie wir links zu bleiben. Hier gehts zum Download der GPX-Datei für den Maumeen Trail.