Wandern auf Hawaii – meine Tipps für Oahu, Kauai und Big Island

Wandern auf Hawaii – meine Tipps für Oahu, Kauai und Big Island

10. April 2020 0 Von Apollonia

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Die meisten Leute, mit denen ich vor meinem Urlaub über Hawaii geredet habe, waren sich nicht bewusst, dass es dort ziemlich coole Berge gibt, zum Wandern, und auch ein paar Mehrtagestouren, die man mit Zelt oder sogar von Hütte zu Hütte machen kann. Mit Hawaii verbindet man Strand, Surfen, vielleicht noch Schildkröten und Korallen, und Pearl Harbour. Mehr wissen die Leute oft nicht, aber wenn man sich ein bisschen mit den Inseln beschäftigt, dann fällt einem schnell auf, wie vielseitig sie doch sind. Für mich war es der perfekte Urlaub: Wunderschön warm, wunderschöne Berge, unberührte Natur, der Pazifik mit tollen Wellen zum surfen (ja, auch für Anfänger), interessante Tiere und Pflanzen und schöne Strände zum entspannen.

Wir waren insgesamt drei Wochen auf Oahu, Kauai und Big Island und hatten somit schön viel Zeit auf jeder Insel. Von vielen Leuten, vor allem hier im Internet, habe ich gehört, dass Oahu nicht so toll sein soll, und man daher seine Zeit dort kurz halten sollte. Deshalb war unsere Aufteilung folgende: 6 Tage Oahu, 8 Tage Kauai, 8 Tage Big Island. Mir hat Oahu allerdings dann eigentlich sehr gut gefallen. Trotzdem würde ich die Aufteilung wieder genau so machen. Wir hatten überall Mietwägen, und haben im jeweils untouristischsten Eck der Inseln übernachtet, weil wir uns abseits des Trubels wohler fühlen, wobei wir allerdings auf Big Island drei verschiedene Unterkünfte hatten. Der Name sagt es schon, die Insel ist groß, und man verbringt sonst seinen ganzen Urlaub im Auto. Viele Leute lieben ja Roadtrips – wir nicht, uns geht das alles zu schnell und vom Auto aus kann ich die Landschaft nicht erleben, nur ansehen, und das reicht mir nicht. Ich möchte jetzt aber gar nicht so viel Einleitung schreiben, lass uns also gleich beginnen mit den Wanderungen!

Was du beim Wandern auf Hawaii beachten musst

Hawaii hat tropisches Klima, das bedeutet natürlich, es ist heiß und die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Wir waren im November dort, und fanden die Temperaturen perfekt, auch zum Wandern. Ich schwärme jetzt noch von der Wärme!

Das Wanderoutfit der Wahl sind kurze Shorts aus Bikini-Stoff und ein Top/ Sport-BH, oder – wegen der Mücken – lange Leggings und Top. So lief jedenfalls dort jeder rum, und nach zwei Tagen auch ich. Eine lange Hose hätte ich nicht ausgehalten, so waren meine Wahl die Shorts und das Top. Mein Mann wanderte in Badehose und T-Shirt. Außerdem ganz wichtig: gute Schuhe. Ich empfehle alte Wanderschuhe, oder Trekking-/ Zustiegsschuhe mit gescheitem Profil. Da man sehr viel im Regenwald unterwegs ist, ist der Boden zum Teil super matschig und glitschig. Alte Wanderschuhe deshalb, weil das Vulkangestein auf Big Island ganz übel für die Schuhe ist.

Außerdem wichtig für Wanderungen auf Hawaii: genug Wasser (für mehrtägige Wanderungen auch etwas zur Wasseraufbereitung), Mückenmittel (viel, denn man schwitzt viel…) und ein Handtuch im Auto für die notdürftige Säuberung des Körpers, damit man nicht verklebt, verschwitzt und voller Matsch ins Mietauto steigen muss. Den Rest kann nach meist kurzer Fahrt dann das Meer säubern 🙂
Was immer hilfreich ist, und im Regenwald besonders, ist eine offline Wanderkarte. Ich benutze seit längerem die Locus Map und bin damit sehr zufrieden.

Die besten Wanderungen auf Oahu

Dieser Artikel soll dir einen guten Überblick über mögliche Wanderungen auf Hawaii geben. Für viele davon gibt es schon einen individuellen und ausführlichen Bericht in einem anderen Blogpost. Anstatt dir hier alles noch ein zweites mal aufzuschreiben, verlinke ich diese nur, und konzentriere mich hier auf die Wanderungen, zu denen ich noch nichts geschrieben habe.

Der Crouching Lion’s Head

Der Crouching Lion’s Head war unsere allererste Wanderung auf Hawaii. Sie eignet sich sehr gut als Einstieg, ist kurz, bietet aber spektakuläre Blicke. Leider ist sie offiziell nicht erlaubt – am Einstieg stehen Schilder auf denen „This area is closed“ steht. Es waren außer uns noch einige andere Leute oben. Einheimische haben uns erzählt, dass die Wege oft aus versicherungstechnischen Gründen geschlossen sind.

Startpunkt: Ein kleiner Parkplatz am Kamehameha Highway, von Norden kommend kurz hinter dem Kahana Bay Beach Park. auf der linken Straßenseite. Auf der anderen Seite der Straße geht es direkt an den Verbotsschildern los.

Der Weg: Der Weg kann als Runde gegangen werden, am besten man biegt gleich hinter den Schildern rechts ab auf den Kahekili Trail (nicht beschildert), statt den direkten Weg nach oben zu nehmen. Auf diese Weise kann man den steileren und matschigeren Weg hoch laufen, und den einfacheren runter. Trotzdem sind gute Schuhe sinnvoll. Die meisten Leute gehen nur direkt hoch und wieder runter, aber ich fand die Runde sehr schön. Wer noch mehr Lust und Zeit hat, der kann dem Kahekili Trail, und somit dem Grat, noch ein ganzes Stück nach oben folgen.

Pali Notches

Dieser kurzen Tagestour habe ich schon einen kompletten Artikel gewidmet: Pali Notches – eine Gratwanderung auf Oahu, Hawaii

Olomana Three Peaks Hike

Auch zu diesen wirklich empfehlenswerten drei Gipfeln gibt es hier schon einen ausführlichen Bericht: Der Olomana Three Peaks Trail auf Oahu, Hawaii

Der Diamond Head

Der Diamond Head ist eigentlich mehr ein Spaziergang, es ist nicht besonders weit, der Weg ist sehr gut ausgebaut (zum Teil geteert, meiner Meinung nach sogar mit FlipFlops zu schaffen), aber es lohnt sich wirklich da hinauf zu gehen! Die Aussicht über Honululu ist genial. Beim Blick auf die Hochhäuser von Waikiki versteht man, warum es auch das Manhattan Hawaiis genannt wird.

Startpunkt: Von der Bushaltestelle „Diamond Head Crater“ (Busse von TheBus Nummern 3, 9, 23, 24) zuerst an der Straße entlang zum Kahala Lookout, durch einen kurzen Tunnel und weiter zum Diamond Head Visitor Center. Dort könnte man auch mit dem Auto hoch fahren, allerdings gibt es nicht viele Parkplätze und kostet was. Für Fußgänger kostet der Eintritt nur $1. Nach 16:30 Uhr besteht die Gefahr, nicht mehr hinein gelassen zu werden, denn das Diamond Head State Monument ist nur von 6 – 18:00 Uhr geöffnet.

Der Weg: Zuerst in Serpentinen hinauf, am Ende ziemlich viele Stufen, also ein bisschen anstrengend wird es dann doch. 170hm, 2,7km insgesamt.

Die besten Wanderungen auf Kauai

Der Kalalau Trail

Einen ausführlichen Blogpost mit meinen Erlebnissen und allen Informationen, die du für die Planung des Kalalau Trails brauchst findest du hier: Küstenwandern auf Hawaii – der Kalalau Trail. Dieser Trail dauert zwei Tage, und erfordert ein Permit, das du möglichst früh buchen solltest. Es besteht auch die Möglichkeit, als Tagesausflug, nur den ersten Teil zu gehen – allerdings brauchst du auch dafür ein gültiges Permit.

Der Kukui Trail im Waimea Canyon

Der Kukui Trail führt auf den Grund des Waimea Canyons. Hier findest du alle Informationen dazu: Wanderung in den Waimea Canyon auf Kauai, Hawaii

Der Pihea Trail im Kokee State Park

Im Kokee State Park gibt es eine sehr große Auswahl an schönen Wanderungen. Wir haben uns für den Pihea Trail entschieden, und wollten eigentlich später noch den Awaawapuhi Trail gehen – den haben wir leider nicht mehr geschafft. Ich möchte ihn trotzdem erwähnen, und habe eine Beschreibung von der Division of State Parks verlinkt. Die meisten Wanderwege im Kokee State Park sind sehr leicht zu finden und gut beschildert, aber auch allesamt sehr beliebt und stark frequentiert. Der Pihea Trail ist vor allem unterwegs schön, man hat gute Blicke nach unten aufs Meer und die Napali Küste. Der „Gipfel“ ist leider eingezäunt und sehr eingewachsen, sodass man von dort keine Aussicht genießen kann.

Startpunkt: Puu O Kila Lookout, am Ende der Straße durch den Kokee National Park (Hwy 550). Der Parkplatz kostet, wie alle anderen im Park, eine Gebühr (man zahlt ein mal die Gebühr, die gilt dann für alle Parkplätze im Park).

Der Weg: Gut zu gehen, zum Teil matschig, und am Ende (zum Pihea Vista Point hoch) etwas steil. Nicht zu verfehlen. Länge ca. 4km und 100hm insgesamt.

Die besten Wanderungen auf Big Island

Der Narnia Trail

Diese Wanderung wurde uns von unseren Air-BnB-Gastgebern empfohlen, und obwohl wir uns nicht ganz sicher waren ob wir den Weg der Beschreibung nach finden, haben wir es versucht. Auf meiner Karte war der Weg nicht eingezeichnet. Wir haben ihn mehr oder weniger gut gefunden, und fanden es wunderschön dort. Sehr zu empfehlen!

Startpunkt: Waianuenue Ave, gegenüber der Einfahrt Makana Pl, Feldweg, der mit einer gelb ummantelten Kette abgesperrt ist.

Wegbeschreibung: Dem Feldweg bis zum Ende folgen, dann rechts abbiegen. Als nächstes aneiner Vier-Wege-Kreuzung links, und dann immer gerade aus, bis man zu einem Wasserreservoir kommt. Dort biegt man nochmal rechts ab, und läuft am Waldrand entlang, bis zum Wailuku River. Insgesamt sind das ca. 3km einfach, auf guten Wegen – keine Bergschuhe nötig. An der Stelle, an der man am Fluss ankommt, muss man ihn queren, das geht aber dank Mauer und Steinen trockenen Fußes. Jetzt kann man links oder rechts gehen. In beiden Fällen kommen Wasserfälle, die in wunderschöne große Gumpen fallen, fast schon kleine Seen, in denen man super baden kann.

Der Puu Oo Trail

Der Puu Oo Trail beginnt an der Saddle Road zwischen Hilo und Kona, auf ca. 1700m Höhe. Am schnellsten erreicht man ihn von Hilo aus. Die Höhe merkt man an der Temperatur – es ist wirklich faszinierend. Bei uns hatte es in Hilo 28°C, am Startpunkt der Wanderung nur noch 20°C. Leider war das Wetter bei uns nicht so gut, es hat genieselt, sodass wir von der weiteren Umgebung (Mauna Loa, Mauna Kea) nichts sehen konnten, aber es hat sich dennoch gelohnt: Der Weg verläuft sehr schön durch die verschiedenen Lavaarten, durch kleine Inseln mit Regenwald, die vom Vuklanausbruch nicht zerstört waren und Bereiche mit lichten Wäldern aus kleinen, knorrigen Bäumen. Wer keine andere Wanderung in der Vulkanlandschaft zwischen Mauna Loa und Mauna Kea geplant hat, der sollte diese hier auf jeden Fall in Betracht ziehen.

Startpunkt: An der Saddle Road auf ca. 1700m, Parkplatz am Straßenrand.

Der Weg: Insgesamt 14,3km, kein Rundweg, man muss den gleichen Weg wieder zurück. Gutes Schuhwerk ist zu empfehlen, denn die Lava ist spitz, rau und uneben. Höhenmeter werden nicht viele zurück gelegt, man muss aber damit rechnen, dass man aufgrund des Untergrundes nicht wirklich schnell voran kommt.

Der Kilauea Iki Trail

Dieser Trail liegt im Volcanoes National Park. Der Park eignet sich als Tagesausflug von Hilo aus. Der Trail, das Museum, 1-2 Ranger-Führungen, und die Besichtigung der Highlights des Parks sind gut an einem Tag zu schaffen. Die Trails im Volcanoes National Park sind allesamt gut besucht, aber trotzdem lohnenswert. Wir haben einen Ranger nach seinem Lieblingstrail im Park gefragt, und haben uns dann für diesen entschieden. Der Kilauea Iki Trail führt hinunter in den Krater des Vulkans Kilauea, durch diesen hindurch, auf der anderen Seite wieder hoch und am Kraterrand zurück. Wir fanden die Landschaft faszinierend, obwohl wir nicht zum ersten Mal in einem Vulkankrater unterwegs waren. Da unten im Krater konnte man sich wirklich vorstellen, wie der Vulkan ausgebrochen ist, sich der Kratergrund am Schluss abgesenkt hat, und wie er jetzt langsam von den Pflanzen zurück erobert wird. Es gab überall Risse und aufgeschobene Steinplatten.

Startpunkt: Parkplatz des Kilauea Iki Trails am Crater Rim Drive.

Der Weg: Die Beschaffenheit des Wegs ist gut, ich war in meinem Barfußschuhen unterwegs und hatte keine Probleme. Wir haben ca. 2h für die 6,4 km und 120hm gbraucht. Weitere Informationen gibt’s auf der Website des Volcanoes National Park.

Der Mauna Loa

Die Besteigung des Mauna Loa ist nicht ganz ohne, lohnt sich aber wirklich sehr. Am besten zu erreichen ist der Trailhead von Hilo aus. Hier findest du den Blogartikel mit meinem Mauna-Loa-Abenteuer, inklusiver aller wichtiger Informationen: Wanderung auf den Mauna Loa (4169m), Hawaii. Dort gibt es auch Infos zu einer Vier-Tages-Tour auf den Mauna Loa, mit Hüttenübernachtungen.

Der Pololu Valley Trail

Der Pololu Trail ist sehr beliebt und stark begangen – zumindest der erste Teil. Er führt von einem Parkplatz hinunter zu einem tollen schwarzen Strand, und am anderen Ende des Strandes wieder hinauf. Von dort oben kann man dann noch ins nächste Tal schauen, es lohnt sich also, nicht wie die meisten Leute unten am Strand zu bleiben, sondern den zweiten Teil auf der anderen Seite hoch, noch mit zu gehen. Insgesamt ist diese Wanderung mit ca. 5km und 280hm nicht sehr lang. Angeblich ist die beste Zeit um dort zu sein am Vormittag, denn über Mittag regnet es wohl öfter. Wir waren über Mittag, es hat kurz geregnet, aber bei 28°C hat uns das nicht wirklich gestört 🙂

Startpunkt: Parkplatz am Pololu Valley Lookout.

Der Weg: Der erste Teil geht ohne gutes Schuhwerk, außer es hat stark geregnet, der zweite Teil kann rutschig sein. Ansonsten gut zu gehen und leicht zu finden.

Weiterführende Links und Informationen

Der kurze Spaziergang zu den Akaka Falls lohnt sich trotz der vielen Besucher.

Bei meiner Recherche, während der Urlaubsplanung für Hawaii, haben mir folgende Internetseiten weiter geholfen:

Die Website Journeyera von Jackson, der viele Empfehlungen für Wanderungen auf Hawaii hat, und nebenbei auch wunderschöne Fotos, die Lust auf Urlaub machen. Er schreibt auf Englisch.

Die Website Unreal Hawaii, die gute Infos zu den Wanderungen bereit stellt, auch hier mit sehr schönen Fotos versehen. Und auch auf Englisch.

Obwohl die Rother Wanderführer meistens wirklich gut sind, hat mich der für Hawaii enttäuscht – es waren fast keine Wanderungen beschrieben, die ich nicht schon im Internet recherchiert hatte, und zum Teil war es auch eine wirklich seltsame Auswahl (z.B. die „Wanderung“ zu den Akaka Falls bei Hilo, die eher ein kleiner Spaziergang auf geteertem Weg ist, und von jedem Reisebus angefahren wird). Ich würde den Rother Wanderführer Hawaii nicht noch einmal kaufen.

Hilfestellung zu den Übernachtungsorten auf den verschiedenen Inseln: 

Auf Oahu haben wir im Norden (Haleiwa) übernachtet, und fanden das perfekt für uns. Da es Highways gibt, und damit die meisten Orte der Insel relativ schnell erreichbar sind, ist die Wahl des Übernachtungsortes für Oahu nicht ganz so relevant.

Auf Kauai waren wir auch im Norden (Princeville), was uns außerordentlich gut gefallen hat. Man erreicht von dort den Kalalau Trail und schöne Strände zum Surfen, außerdem alles nördlich von Kapaa sehr gut. In Kapaa und Lihue ist zu Berufsverkehrszeiten immer Stau. Für die Erkundung des Waimea Canyon bietet es sich an, 1-2 Nächte am dortigen Campingplatz (Kokee State Park) zu übernachten, oder zumindest eine Unterkunft im Osten der Insel zu suchen. Man kann nicht komplett um die Insel herum fahren, denn im Norden – an der Kalalau Küste – gibt es keine Straße.

Auf Big Island sollte man mehrere Tage in Hilo verbringen, denn von dort erreicht man den Norden (Pololu Valley usw.), den Volcanoes National Park, und die Saddle Road am einfachsten. Außerdem hat Hilo noch einiges mehr zu bieten, wie zum Beispiel den Farmer’s market oder die Kaumana Caves (Lavatunnel). Den Rest kann man gut von Kona aus machen.